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FoeBuD-Newsletter: Ausgabe 008, Juni 2005

Die BigBrotherAwards 2005 rücken näher - nominieren bis zum 31. Juli. Der FoeBuD ist jetzt EDRI Mitglied, Hersch Fischler referiert zum Thema Bertelsmann, RFID bleibt spannend und Zamir-Netz-Gründer Eric Bachman geht in die USA.

»Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse, in Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten.« (Goethe zu Eckermann)
Newsletter des FoeBuD e.V., Ausgabe 8 (06/2005), Juni 2005





1) Europa: Der FoeBuD ist jetzt EDRI-Mitglied

EDRI steht für »European Digitals Rights«. Der Zusammenschluss von 17 Bürgerrechtsorganisationen mit dem Schwerpunkt Datenschutz in der Informationsgesellschaft ist in elf europäischen Staaten aktiv. Die europaweite Kooperation hat neben der eigenen Vernetzung auch zum Ziel, die Europäische Union bei den Debatten um die Regulierung des Internet und der Privatsphäre im Netz im Sinne des Datenschutzes zu beeinflussen. EDRI gibt alle zwei Wochen einen Newsletter heraus, der online abonniert werden kann.

Über EDRI - European Digital Rights:
http://www.edri.org



2) Datenkraken: Nominieren für die Big Brother Awards bis 31. Juli


Auch 2005 werden Ende Oktober in Bielefeld vom FoeBuD die Big Brother Awards für Deutschland verliehen. Bereits zum sechsten Mal erhalten damit Firmen, Organisationen und Personen, die in besonderer Weise und nachhaltig die Privatsphäre von Menschen beeinträchtigen oder persönliche Daten Dritten zugänglich machen, eine Auszeichnung. Die Träger des negativen Datenschutz-Preises ermittelt vorab eine Jury. Diese kann bis Ende Juli mit Vorschlägen bedacht werden: Wer hat sich in durch besonders schlechten Datenschutz hervorgetan, wer schnüffelt datenmäßig herum? Je ausführlicher und begründeter die Einsendung, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, das sie zu einem der von den Empfängern ungeliebten Datenkrakenpreise führt.

Einsendungen per Post, Fax oder E-Mail an FoeBuD:
FoeBuD e.V., Marktstr. 18, D-33602 Bielefeld
Fax: 0521-61172
Mail: bba@foebud.org

Weitere Infos:
http://www.bigbrotherawards.de

Online nominieren:
https://www.bigbrotherawards.de/docs/nominate.html


3) FoeBuD-Shop: Produktion und Versand für befreundete Organisationen


Im FoeBuD-Shop kann inzwischen allerlei bestellt werden: Von subversiven Aufklebern »Diese Toilette wird videoüberwacht«, über Pest-Hörnchen bis zu Stop-RFID T-Shirts. Zum Verkaufsrenner hat sich der dekorative RFID-Scanner-Detektor-Armreif entwickelt, der seit Anfang des Jahres vom FoeBuD selbst produziert wird Die Leuchtdiode des Kupferarmreifs leuchtet rot auf, wenn es sich bei den Scannern am Eingang von Geschäften um RFID-Lesegeräte im Bereich von 13,56 MHz handelt: Achtung - Sie werden ausgelesen!

Der FoeBuD-Shop bietet mittlerweile auch Herstellung und Versand von »Merchandising-Artikeln« für befreundete Organisationen an. Erstmalig geschehen mit den T-Shirts vom Easterhegg-Kongress des Chaos Computer Clubs, demnächst auch für die Fairsharing-Kampagne. Wer also noch etwas Ansteckendes, Kleidsames oder Klebriges für seine Organisation, seine Veranstaltung oder seine Kampagne braucht, kann sich an Axel Rüweler vom FoeBuD-Shop wenden: shop@foebud.org.

Neu im FoeBuD-Shop ist das Buch »Wissensallmende«. Allmende bezeichnete früher ein Stück Land, das vom Dorf gemeinsam bewirtschaftet wurde. Allmende bedeutet »Gemeingut« und ist in diesem Sinne auch auf Wissen anwendbar. Doch Wissen ist auf dem Weg, privatisiert zu werden. Dagegen richtet sich dieses Buch und rückt die Kämpfe um »geistiges Eigentum« in den Mittelpunkt. Denn in der Gesellschaft ist die Auseinandersetzung längst entbrannt: Bei Software, Musik und Büchern ebenso wie bei Saatgut und Medikamenten. Ein Thema, das auch den FoeBuD interessiert: Oliver Moldenhauer, einer der Buchautoren, war Referent der PUBLIC DOMAIN im April zum Thema »geistige Eigentumsrechte«.

Die Autoren gehen übrigens mit gutem Beispiel voran und haben ihr Buch unter die »creative commons«-Lizenz gestellt, das heißt, es ist ausdrücklich erlaubt, den Inhalt für nichtkommerzielle Zwecke zu vervielfältigen, zu verbreiten und zu bearbeiten, wenn die Quelle genannt wird.

Sebastian Bödeker, Oliver Moldenhauer, Benedikt Rubbel:

Wissensallmende - Gegen die Privatisierung des Wissens der Welt durch »geistige Eigentumsrechte«.
AttacBasis Texte 15, VSA-Verlag, ISBN 3-89965-118-9, 6,50 Euro

Der FoeBuD-Shop im Netz:
https://shop.foebud.org

Der RFID-Detektor-Armreif:
https://shop.foebud.org/product_info.php/products_id/76

Das Buch »Wissensallmende«:
https://shop.foebud.org/product_info.php/products_id/84



4) RFID: Gesetz oder Selbstverpflichtung?


Gesetz oder Selbstverpflichtung der Industrie? Am 20. April fand im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin ein Arbeitstreffen im kleinen Kreis über den Umgang von Handel und Industrie mit RFID statt. Eingeladen hatte das Wirtschaftsministerium, außerdem waren Vertreter/innen des Verbraucherschutz- und Innenministeriums anwesend. Die Wirtschaft wurde von der Deutschen Industrie- und Handelskammer, der Metro Group und der CCG (Centrale für Coorganisation) repräsentiert, einer Standardisierungsorganisation, die sich jetzt GS1 (General Standards 1) nennt und Lobbyarbeit für RFID macht. Für die Rechte der Bürger und Verbraucher stritten der Bundesverband der Verbraucherschutzzentralen (vzbv), die Deutsche Vereinigung für Datenschutz (DVD) und der FoeBuD, vertreten durch Rena Tangens.

Die Positionen zu RFID gingen dabei auseinander: Industrie und Handel möchten am liebsten ohne jegliche rechtliche Regulierung im großen Stil losfunken. Für den FoeBuD hingegen ist klar, dass es eine juristische Regelung geben muss, weil RFID-Technologie ganz neue Möglichkeiten zur Erfassung einer Vielzahl von Alltagsdaten bietet und zur umfassenden Kontrolle, Überwachung und Manipulation der Bürger eingesetzt werden kann. Die weltweit eindeutigen Seriennummern der RFID-Chips ermöglichen in Kombination mit Datenbanken detaillierte Bewegungs-, Konsum- und Interessenprofile von Menschen. Die Vertreter/innen der Bundesministerien sehen, dass das Misstrauen in der Bevölkerung gegenüber der RFID-Technologie wächst und versuchen zu vermitteln. Die Wirtschaft hat eine sogenannte »Selbstverpflichtungserklärung« auf Basis der Richtlinien von EPC global angeboten, die völlig unzureichend ist und man besser „unverbindliche Absichtserklärung“ nennen sollte. Selbstverpflichtungserklärungen waren in der Vergangenheit schon häufiger eine Verzögerungstaktik der Wirtschaft, um drohende gesetzliche Regulierungen abzuwenden. Ein Beispiel ist die nie eingehaltene Mehrwegquote der Getränkeindustrie und des Handels, die schließlich das Dosenpfand notwendig machte.

Der Schutz der Grundrechte vor den neuen Gefahren durch RFID-Technik erfordert ein entsprechendes Gesetz -- nur dieses gibt den Bürger/innen Sicherheit und einklagbare Rechte, sagt der FoeBuD. Der Bundesverband der Verbraucherschutzzentralen kritisierte das Verhalten der Unternehmen ebenfalls, hofft aber bisher noch auf eine brauchbare Selbstverpflichtung. Ein Ergebnis gab es noch nicht, die Diskussion geht weiter.



5) RFID: Verbraucherschutz entdeckt den Datenschutz


Einen Tag später, am 21. April, fand ebenfalls in Berlin die Tagung »Verbraucherpolitik in der digitalen Welt. Der gläserne Kunde?« des Verbraucherschutzministeriums statt. Wegen des großen Interesses --120 Besucher/innen aus Unternehmen, Kirche, Datenschutzorganisationen, Politik und Medien waren zugegen -- war die Veranstaltung in die thüringische Landesvertretung verlegt worden, da dort mehr Platz ist als im Ministerium.

»Die Datensammler des 21. Jahrhunderts sind die Unternehmen. Die Zielgruppe sind (...) die Verbraucherinnen und Verbraucher. Und damit ist der Datenschutz in der digitalen Welt zu einer zentralen Frage der wirtschaftlichen Verbraucherpolitik geworden«, erklärte Verbraucherschutzministerin Renate Künast. Eine erfreuliche Entwicklung, da noch 2001 -- anlässlich einer Anfrage des FoeBuD -- sich das Verbraucherschutzministerium für Datenschutz nicht zuständig fühlte.

Diese Einsicht ist nicht zuletzt ein Erfolg der deutschen Big Brother Awards, die seit 2000 vom FoeBuD jedes Jahr mit unermüdlichem Engagement ausgerichtet werden. Die langfristige Wirkung der Big Brother Awards wurde eindrucksvoll dokumentiert durch die Schwerpunktthemen der Tagung -- alle drei sind durch die Big Brother Awards erstmals ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gelangt: Kundenkarten (Payback, BBA 2000), das Scoringverfahren (Informa, BBA 2001) und RFID (Metro Group, BBA 2003). Für den FoeBuD nahm Rena Tangens teil. Sie war als Referentin zum Thema RFID eingeladen.

Rede von Verbraucherministerin Renate Künast:
http://www.verbraucherministerium.de/index-000684F76DD61267A85B6521C0A8D816.html

BBA-Laudatio für Payback:
http://www.bigbrotherawards.de/2000/.com/

BBA-Laudatio für Informa:
http://www.bigbrotherawards.de/2001/.com/

BBA-Laudatio für Metro:
http://www.bigbrotherawards.de/2003/.cop


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6) Zwischen Schloss und Riegel: Fesselnde Vorträge für Polizisten und Chaoten


padeluun führte auf dem Easterhegg-Kongress des Chaos Computer Clubs in die Pressearbeit ein. Wie wird eine Terminankündigung geschrieben, wie viel Hirnschmalz investiert man in eine Presseerklärung, wie funktioniert ein Interview. Eine Pressemeldung wert gewesen wäre vielleicht, dass sich die Bundesvereinigung Sadomasochismus für den Datenschutz interessiert: Im Fokus der Einführung, die padeluun beim Bundeskongress der Vereinigung im Schloss Buchenau bei Fulda hielt, stand die Weitergabe von Daten durch behandelnde Ärzte. Über eine weitergebene Diagnose können eben auch sexuelle Vorlieben und diskriminierende Informationen den Krankenkassen oder der Weltgesundheitsorganisation bekannt werden, obwohl dies niemand etwas angeht. Die Weitergabe der Daten geschieht mittels des ICD10-Schlüssels. Die International Classification of Diseases (ICD) ist ein verbindlicher Diagnoseschlüssel für die ambulante und stationäre Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Die kodierten Diagnosen im Rahmen der Abrechnung ärztlicher Leistungen sind Teil der Gesundheitsreform, die seit 2004 in Kraft ist. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt bekam dafür im Jahr 2004 den BigBrotherAward.

Doch damit war padeluuns Schlosstour noch nicht beendet: Am 22. Mai ging es aufs Schloss Grimborn. Das liegt idyllisch zwischen Köln und Siegen und beheimatet ein Bildungszentrum für Polizeibedienstete. Träger des Zentrums ist die International Police Association (IPA). Unabhängig vom Dienstgrad wurde über den Einsatz neuer Medien in der Polizeiarbeit, speziell Videoüberwachung, kontrovers diskutiert. »Die Polizei soll sich nicht durch populistische Politiker funktionalisieren lassen«, stellte padeluun als Fazit in den Raum.

Am 8. Mai hielt padeluun in Dresden einen Vortrag ebenfalls zum Thema Videoüberwachung. Den Dresdner Zwinger nebst Nymphenbad hat er zwar besichtigt, der Vortrag selbst fand nicht in einem Schloss statt, sondern bei einem Symposium des örtlichen Chaos Computer Clubs mit dem Titel »Datenspuren -- Privatsphäre war gestern«.

Am 11. Juni wird es bei einem Vortrag von padeluun beim Jugendfestival »Projekt-P«, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Deutschen Bundesjugendring ausgerichtet wird, ebenfalls um den (Video?)Überwachungsstaat gehen. Dazu eingeladen hat der Chaos Computer Club, der innerhalb dieses Festivals ein eigenes Programm ausrichtet.

Die Bundesvereinigung Sadomasochismus im Netz:
http://www.bvsm.de

BigBrotherAward an Ulla Schmidt (Laudatio):
http://www.bigbrotherawards.de/2004/.soc/

Das Bildungszentrum Schloss Gimborn im Netz:
http://www.ibz-gimborn.de

Jugendcamp Projekt-P:
http://www.projekt-p.de/


7) Gegenöffentlichkeit: Vom Zagreb Diary zum Blog

Rena Tangens war am 7. und 8. Mai beim Blog-Seminar des Netzwerks Recherche in Wiesbaden. Das große Thema dort hieß Gegenöffentlichkeit im Internet. Rena Tangens Vortrag über Big Brother Awards als erfolgreiche Kommunikationsstrategie einer kritischen Öffentlichkeit stand neben den Ausführungen des Bewegungsforschers Dieter Rucht über Cyberprotest oder Christoph Schultheis von bildblog.de über Kontrollmöglichkeiten der Boulevard-Medien. Rena Tangens verwies auch auf das Zagreb Diary als historischer Vorläufer der Blogs.

Wam Kat, Friedensaktivist aus Holland, war nach Kroatien gereist, weil er es nicht mehr ertragen konnte, den Krieg in Jugoslawien im Fernsehen zu sehen. Er landete in Zagreb und wurde Systemadministrator der dortigen Zamir-Netz-MailBox. Ursprünglich wollte er nur ein paar Monate bleiben – es wurden mehrere Jahre. So begann er Anfang 1992 Tagebuch zu schreiben, damit seine Kinder, die er in Holland zurückgelassen hatte, wussten, was ihr Vater macht, während er fort ist. Und er schrieb öffentlich, weil auch der Rest der Welt wissen sollte, was gerade in Ex-Jugoslawien passiert. Der Schriftsteller Peter Glaser, ein Nutzer der Bielefelder BIONIC MailBox, war vom Zagreb Diary so beeindruckt, dass er 1993 ein neues Projekt ins Leben rief, nämlich das Europäische Tagebuch in der Newsgroup t-netz/tagebuch.

Kurze Beschreibung von Zamir, dem Zagreb Diary und dem Europäischen Tagebuch:
http://www.tangens.de/TEXTE/20jahregesamtwerk.html

Wam Kats Zagreb Diary:
http://museum.foebud.org/texte/wam_kat/



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8) Stoppt-Softwarepatente: Farbenfrohe Online-Demo und Mail an EU-Abgeordnete

Der Widerstand gegen Softwarepatente in Europa hat eine innovative (und außerordentlich hübsche) Aktionsform hervorgebracht: Eine Online-Demo. Und die ist hier ein farbenfrohes Demo-Bild, das mosaikähnlich aus den Bildern aller Demo-Teilnehmer/innen zusammengesetzt wird -- je mehr es sind, desto detaillierter wird das Gesamtbild -- ein Riesen-Transparent gegen Softwarepatente.

Parallel wird von der Stoppt Softwarepatente-Kampagnedazu dazu aufgefordert, eine E-Mail an die Europaabgeordneten zu schicken, um den Richtlinienentwurf der EU-Kommission zu Softwarepatenten zu stoppen. Initiatoren sind »Campact – Demokratie in Aktion« und die Attac-AG »Wissensallmende«. Auch der FoeBuD ist aktiv gegen Softwarepatente und unterstützt die Kampagne, erklärt Jörg Baach, Mitarbeiter des FoeBuD und engagierter Software-Entwickler, der selbst nach Brüssel gereist ist, um EU-Parlamentarier zu dem Thema aufzuklären.

Die neue Richtlinie der EU-Kommission soll die Patentierung von Software ermöglichen. Microsoft, Siemens & Co dringen auf die Patente. Sie wollen sich der Konkurrenz vieler kleiner Softwareschmieden entledigen. Tausende Arbeitsplätze stehen damit auf dem Spiel. Softwareprojekten wie Linux und Firefox würde der Boden entzogen. Für die Verbraucher würde Software teurer, weniger innovativ und qualitativ schlechter werden.

Das EU-Parlament hat den Vorschlag der Kommission bereits einmal abgelehnt. Voraussichtlich Ende Juni wird das Parlament ein zweites Mal darüber entscheiden. Eine erneute Ablehnung ist möglich, aber keineswegs sicher. »Nur wenn genug Menschen den Abgeordneten den Rücken stärken, werden sie sich den großen Softwarekonzernen widersetzen«, sagen die Initiatoren der Stoppt-Softwarepatente-Kampagne.

Stoppt Softwarepatente:
http://www.stoppt-softwarepatente.de

Onine-Demo:
http://www.softwarepatentdemo.org/

Bild schicken - mitdemonstrieren:
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9) PUBLIC DOMAIN #137: Hochbegabung für jedermann

Bei der PUBLIC DOMAIN #137 am 1. Mai referierte die praktizierende Ärztin Beate Lubbe über die besondere Fähigkeit, schneller und leichter zu verstehen und besonders kreativ zu sein. Gemeinhin werden diese Menschen, denen diese Eigenschaften zugeordnet werden können, als Genies bezeichnet: Hochbegabte sind sie allemal. Laut Statistik sind gerade mal zwei Prozent der Menschen hochbegabt -- oft ohne davon zu wissen. Sie verfügen also über einen Intelligenzquotienten von mehr als 130. Den größten Entwicklungsvorsprung machen Forscher zwischen dem 12. und 16- Lebensjahr aus. Hochbegabte in diesem Lebensalter haben einen Entwicklungsvorsprung gegenüber Gleichaltrigen mit normalem IQ von bis zu acht Jahren. Begabung und Intelligenz sind wichtige Persönlichkeitsfaktoren, die erheblichen Einfluss auf die menschliche Entwicklung haben.

Zudem sei Hochbegabung unterschiedlich ausgeprägt: Wer äußerst kreativ ist, muss die deutsche Rechtschreibung nicht beherrschen. Wer außergewöhnlich logisch denkt, kann Texte vielleicht nicht frei interpretieren. Hochbegabung müsse in ihrer Ausprägung erkannt und pädagogisch gefördert werden, sagte Lubbe.

Gleichzeitig rückte Beate Lubbe die Welt auch wieder ein bisschen zurecht: Ein hoher IQ ist eben doch nicht alles, lautete ihre tröstliche Botschaft für die Zuhörer. Die rätselten derweil, ob sie nicht vielleicht auch hochbegabt seien. Denn typische Wesenszüge bei Hochbegabung sei unter anderem ein hohes Energiemaß, berichtete Lübbe. Hochbegabte schlafen wenig und sind nachts äußerst kreativ. Dies konnten viele der Besucher für sich bestätigen, denn wer mit Bits und Bytes arbeitet, ist häufig ein Freund der Nacht.

Bei dieser PUBLIC DOMAIN kam jedenfalls das Wissen und Weisheit dahergeflogen, respektive aus dem Mund von Beate Lubbe. Die Zuhörer waren von ihren Ausführungen begeistert -- einfach genial.

PD zu Hochbegabung:
http://www.foebud.org/pd/PD137



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10) PUBLIC DOMAIN #138: Bertelsmann - Hinter der Fassade des Medienimperiums

Versprochen, Hersch Fischler schaut am 5. Juni hinter die Kulissen eines Medienimperiums. Der Journalist und Politikwissenschaftler kennt sich aus mit Bertelsmann: Schließlich recherchiert er seit Jahren über den Mediengiganten mit Sitz in Gütersloh. Bertelsmann druckt längst nicht mehr nur Bücher. Politisch hochinteressant ist die Bertelsmann-Stiftung. Heribert Meffert von der Bertelsmann-Stiftung bezeichnet diese als »Identifikationspunkt der Reformarbeit«. Nun bedeutet das Wort »Reform« heutzutage meist nichts Gutes. Und so ist es in diesem Fall auch: Große Teile der unsozialen Gesundheits- und Hochschul- und Arbeitmarktreform – von den Studiengebühren bis zu Hartz IV – sind in der Stiftung, die in Berlin auf dem Prachtboulevard Unter den Linden Nr. 1 ihren Hauptsitz hat, erdacht worden. Nicht nur die Regierung, auch CDU und FDP bedienen sich bei der Stiftung.

Doch die reichste Stiftung Deutschlands nimmt nicht nur Einfluss auf die Politik. Sie eröffnet dem Konzern Bertelsmann beste Kontakte zu den wichtigsten Politikern, Beratern, Wissenschaftlern und Publizisten in ganz Europa. Die Stiftung fungiert dabei als Schutzschild, sie mache den Konzern unantastbar, meint Fischler. Der genießt einen guten Ruf: Verantwortungsbewusst im Umgang mit den Mitarbeitern, dem Gemeinwohl verpflichtet, weltweit erfolgreich. »Alles falsch«, sagt Fischler, »wirklich erfolgreich ist bei Bertelsmann vor allem die Legendenbildung«.

PUBLIC DOMAIN #138 am Sonntag, 5. Juni, 15 Uhr, Bunker Ulmenwall, Bielefeld.
Eine Kooperation mit dem Buchladen Eulenspiegel:
http://www.buchladen-eulenspiegel.de/

PUBLIC DOMAIN zu Bertelsmann:
http://www.foebud.org/pd/PD138-Hersch-Fischler-zu-Bertelsmann


11) Eric Bachman: Zamir-Netz-Gründer geht in die USA

FoeBuD-Mitglied Eric Bachman und seine Lebensgefährtin Dorie Wilsnack gehen in die USA. Eric Bachman ist Trainer für gewaltfreie Konfliktlösungen. Er hat lange auf dem Balkan gearbeitet und baute während des Krieges in Ex-Jugoslawien dort das ZaMir Transnational Network auf. Im Jugoslawienkrieg ermöglichte es ZaMir, dass Menschen in den verfeindeten Regionen miteinander »sprechen« konnten. Denn im Krieg, der 1991 begann, war die Kommunikationssperre ein Mittel der Kriegsführung, die Telefonleitungen zwischen Serbien und Kroatien waren gekappt. ZaMir -- das serbokroatische Wort für Frieden -- entstand 1992 mit ersten Mailboxen in Zagreb (Kroatien) und Belgrad (Serbien). Später folgten weitere Städte im Kriegsgebiet. Über Telefonleitungen wurde das Netz von Bielefeld aus technisch umgesetzt. Mailboxrechner sammelten die elektronischen Briefe, riefen mehrere Mailboxen an und schickten die Post weiter. Die Verbindungsstelle zwischen den Rechnern war das Mailboxsystem BIONIC, die über das Zerberus Netz die weltweite Anbindung bereitstellte. Das Zamir -Netz war zwischen 1992 und 1996 das wichtigste unabhängige Kommunikationsmedium in der Region. Es gab vielen Menschen Hoffnung und eine Möglichkeit, sich mitzuteilen.

Eric Bachman ist in den USA anerkannter Kriegsdienstverweigerer: 1969, auf dem Höhepunkt des Vietnam-Krieges, kam er in die Bundesrepublik, um hier seinen Ersatzdienst abzuleisten -- und blieb. »Viele Menschen in den USA unterstützen nicht den Kurs der Bush-Regierung«, sagt er »Diese Friedensstimmen fühlen sich isoliert und sie brauchen gerade jetzt viel Unterstützung.« Deshalb will er für einige Jahre in die USA und »Brücken der Ermutigung« bauen. Ein neues Abenteuer der Friedensarbeit beginnt.

Pressearchiv zum Zamir-Netz:
http://archiv.foebud.org/zamir

Brücken der Ermutigung:
http://www.fi-nottuln.de/USA/USABruecken.htm


12) Fernsehen, Hörfunk, Print: Der FoeBuD in der Presse

Schön: Ein großer Artikel der Wochenzeitung »Die Zeit« vom 21. April von Gunhild Lütge mit dem Titel »Die Allesscanner« zum Thema RFID. Sie schreibt darin über die Bedrohung der Privatsphäre durch RFID-Funkchips, inklusive der Position des FoeBuD.

Am 29. April war padeluun in Köln beim WDR in der Redaktion von »Q21« zu Gast. Die Wissenschaftssendung, die zweiwöchentlich dienstags im WDR-Fernsehen ausgestrahlt wird, hatte padeluun zum Thema Datenschutz als Studiogast geladen.

padeluun war es auch, der am 1. Mai Studiogast der Sendung »Zwischentöne« im Deutschlandfunk war. Volle 90 Minuten berichtete padeluun im Gespräch mit Michael Langer über seine künstlerische Arbeit, die aktuelle Entwicklung im Datenschutz und durfte auch die Musik für die Sendung auswählen.

Der Zeit-Artikel:
http://www.zeit.de/2005/17/RFID

DLF-Sendung »Zwischentöne« (mit Playlist):
http://www.dradio.de/dlf/playlist/dlf_zwischentoene/371432/

Das FoeBuD-Presse-Archiv:
http://archiv.foebud.org/


13) Spannende Aufgaben warten: Praktikanten erwünscht

Ja, der FoeBuD tut es auch: Praktikanten einstellen ohne Bezahlung. Während aber große Unternehmen die Hoffnungen auf einen Job unverschämt ausnutzen, ist beim FoeBuD klar, dass man hier ehrenamtlich arbeitet, aber gewiss reich wird an positiven Erfahrungen. Moritz Borgmann, ein Schulpraktikant, wird sich im kommenden Monat durch das umfangreiche Pressearchiv wühlen. Florian Glatzner, Student der Politikwissenschaft, absolviert beim FoeBuD ein Semester-Praktikum. Er wird unter anderem die diesjährigen Big Brother Awards mit vorbereiten.

Weitere Interessierte sind willkommen. Der FoeBuD freut sich insbesondere über Menschen, die gut schreiben und recherchieren können, Lust haben, am Redaktionssystem (plone) mitzuarbeiten oder ein Händchen für Grafik haben. Voraussetzung ist allerdings die Bereitschaft, mindestens einen Monat Zeit mitzubringen. Noch Fragen? Telefon: 0521-175254.


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Der FoeBuD schickt eine jährliche Spendenquittung.

2005-11-29 17:17
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