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Der unfeine Umgang der Metro AG mit kritischer Öffentlichkeit

Ausweichen, manipulieren, lügen: so reagiert die Metro AG auf ihre Kritiker, unter anderem den FoeBuD. Bereits im April versuchten wir, die Situation durch einen klärenden Brief an den Metro-Vorstand zu verbessern – ohne Erfolg. Jetzt beschreibt ein Artikel in der Fachzeitschrift „Journalist“, wie die Metro den Dialog mit Kritikern und unabhängigen Journalisten zu verhindern sucht.

Der unfeine Umgang der Metro AG mit kritischer Öffentlichkeit

Der Artikel als .jpg-File (zum Vergrößern klicken)

Zugegeben, wir machen den Einzelhandelskonzernen immer wieder das Leben schwer. Anhand der Payback-Karte (BigBrotherAwards 2000) und der RFID-Schnüffelchips (BigBrotherAwards 2003) haben wir wiederholt Datenhunger und übermäßige Erfassungs- und Kontrollbestrebungen in dieser Branche thematisiert. Eine unerfreuliche Überraschung ist jedoch, mit welchen Tricks die Metro AG eine inhaltliche Auseinandersetzung vermeiden und Kritiker zum Schweigen bringen will.

Nach außen hin pflegt die Metro AG, die Vorreiter bei der Einführung von RFID im Handel sein will, einen offenen und freundlichen Umgang mit ihren Kritikern. Das war so bei unseren Besuchen im „Future Store“ in Rheinberg und den folgenden persönlichen Begegnungen, und das schreibt die Metro AG auch in Pressemitteilungen und Stellungnahmen, wo es regelmäßig heißt, dass Belange des Datenschutzes berücksichtigt würden und man an einem Dialog interessiert sei. Rena Tangens vom FoeBuD zog jedoch im Januar 2006 nach mehreren Monaten des versuchten Dialogs ein ganz anderes Fazit: "Mit immensem Kostenaufwand versucht die RFID-Industrie die Einführung dieser Kontroll- und Überwachungstechnik durchzudrücken. Gesprächsangebote wie das Expertenforum zu RFID beim Bundeswirtschaftsministerium werden dagegen von Industrie und Handel blockiert – Kritik soll offenbar mit PR erstickt werden."

Neben einer massiven PR-Kampagne und einem offenkundig nur zum Zweck des Zeitgewinns geführten Scheindialog bedient sich speziell die Metro AG jedoch noch ganz anderer Mittel, um unliebsame Standpunkte und Nachfragen auszuschalten. Bereits im April 2006 wandte sich der FoeBuD in einem Brief an den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden und CIO der Metro Group Zygmunt Mierdorf, nachdem gesicherte Erkenntnisse vorlagen, dass die Metro Group Veranstalter vor die Wahl stellte, entweder FoeBuD-Mitglieder von Veranstaltungen auszuladen (bzw. nicht einzuladen) oder andernfalls auf eine Teilnahme von Metro-Vertretern zu verzichten. Die Reaktion war vielsagend. Der Brief des FoeBuD wurde nie beantwortet, allerdings ging der Pressesprecher der Metro – an den unser Brief nicht gerichtet war – Wochen später in einer E-Mail offensichtlich auf unsere Beschwerde ein, indem er bemerkte, es habe ja ausreichend Gelegenheiten des Dialogs gegeben: unter anderem bei unserem (unangemeldeten) Auftritt auf der CeBIT 2006

Noch beunruhigender als die persönlichen Erfahrungen des FoeBuD sind Episoden, in denen die Metro gezielt Einfluss auf journalistische Entscheidungen zu nehmen versucht: durch brieflich vorgetragene Vorwürfe „unter der Gürtellinie“ an das WDR-Landesstudio Bielefeld und durch eine Klage gegen das ZDF-Magazin „Frontal 21“.

Über diese und andere Manipulationsversuche berichtet jetzt die Fachjournalistin Christine Schulzki-Haddouti in einem Artikel im Branchenmagazin des Deutschen Journalistenverbandes „Journalist“. Der Artikel wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt und kann als PDF-Datei heruntergeladen werden.


2006-11-22 03:10